Frühjahrsdienstversammlung

Feuerwehr erschüttert vom Kartell


Kreisbrandrat bezeichnet Verfahren als „Erdbeben mit erheblicher zerstörerischer Wirkung“


Von Julia Ried

Ruhmannsfelden. Das Kartell- verfahren gegen Hersteller von Feuerwehrlöschfahrzeugen und die Einführung der Integrierten Leitstelle (ILS) des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) in Straubing waren die zentralen Themen der Versammlung des Kreisfeuerwehrverbandes Regen gestern Vormittag in der Mehrzweckhalle Ruhmannsfelden. Kreisbrandrat und Verbandsvorsitzender Hermann Keilhofer begrüßte dazu neben Mitgliedern von 72 Ortsfeuerwehren auch Vertreter von ILS, der Polizeiinspektionen Regen, Zwiesel und Viechtach, des BRK, des Technischen Hilfswerkes und der Rettungshundestaffeln Zwiesel und DonauWald.Keilhofer ging in seinem Jahresbericht zunächst auf die gestiegene Zahl der Brandeinsätze seit Inbetriebnahme der ILS am 5. Oktober 2010 ein. Die Zunahme sei vor allem durch Fehlalarme bedingt, die nicht richtig betriebene automatische Brandmeldeanlagen auslösten, erklärte Keilhofer und warnte die Betreiber: „Stoßen wir weiterhin auf taube Ohren, so werde ich in Abstimmung mit der Integrierten Leitstelle eine Abschaltung dieser Anlagen herbeiführen.

IlS: eine enorme Verbesserung

Nichtsdestotrotz bezeichnete Keilhofer die ILS als „enorme Verbesserung für unsere Feuerwehren und damit auch für die Bevölkerung und die vielen Urlaubsgäste“. Dauerhaft sicher funktionieren könne die ILS allerdings nur mit einem zweiten Systemadministrator,da einer allein die Verwaltung des Computersystems nicht bewältigen könne, sagte er in Richtung von Landrat Wölfl, der auch stellvertretender Vorsitzender des zuständigen Zweckverbandes für Rettungsdienst und Feuerwehr-Alarmierung ist.Weniger zuversichtlich äußerte sich Keilhofer über die geplante neun Jahren höre er neue Zeitvorgaben, zuletzt „Einführung bis und Zahl der digitalen Endgeräte für die Wehren noch die technischen Details der Alarmierung geklärt seien. Grund für die Verzögerung
sei auch, dass an der Einführung interessierte Organisationen während sich die Freiwilligen Feuerwehren Prügel für die Sendemasten abholten, kritisierte der Kreisbrandrat. Er hatte in punkto Funk aber auch gute Nachrichten für seine Zuhörer: Das Aufrüsten des analogen
Funknetzes hin zur Gleichwellentechnik kann voraussichtlich noch dieses Jahr abgeschlossen werden.Als „Erdbeben mit erheblicherzerstörerischer Wirkung auf unserem Feuerwehrkontinent“ bezeichnete Keilhofer das Kartellverfahren gegen drei namhafte Hersteller von Feuerwehrfahrzeugen und das Ermittlungsverfahren gegen einen vierten Produzenten. Leidtragende seien die Händler an der Basis, die den Vertrauensverlust zu spüren bekämen und die Feuerwehren. „Sind doch die betroffenen Firmen allesamt Marktführer.
Nimmt man diese vom Kartellverfahren betroffenen Firmen aus der Bieterliste, so verbleibt nicht mehr viel auf dem Feuerwehrmarkt und die Beschaffung von notwendigen Fahrzeugen und Gerätschaften wird zum Kunststück.“Bundestagsabgeordneter Ernst
Hinsken versprach in seinem Grußwort, sich dafür einzusetzen, dass die verhängten Bußgelder „den Feuerwehren zu Gute kommen, die über den Tisch gezogen worden sind“. Wie die anderen Ehrengäste, der Ruhmannsfeldener Bürgermeister Josef Brunner,
Staatsminister Helmut Brunner, Landrat Heinz Wölfl und Feuerwehr-Bezirksverbandsvorsitzender Dieter Schlegl bedankte auch er sich bei den Feuerwehrleuten für ihren ehrenamtlichen Einsatz für den Nächsten.Staatsminister Helmut Brunner und Dieter Schlegl äußerten sich außerdem kritisch zum Thema „Zusammenlegung von Feuerwehren“. Die Auflösung kleinerer Ortsfeuerwehren könne die Motivation einzelner Aktiver senken, sagte Brunner.Schlegl wies darauf hin, dass „Ortsfeuerwehren einen gesetzlichen Bestandsschutz im Feuerwehrgesetz“
genießen und deshalb gar nicht zwangsweise aufgelöst werden könnten.

Quelle: Viechtacher Bayerwald-Bote vom 14. März 2011.

 

Kreisjugendwart gibt Amt auf

Ruhmannsfelden. Mit der „Goldenen Ehrennadel“ des Kreisfeuerwehrverbandes hat Kreisbrandrat Hermann Keilhofer auf der Verbandsversammlung am Sonntagvormittag in Ruhmannsfelden den bisherigen, langjährigen Kreisjugendwart der Feuerwehr, Martin Kufner aus Zwiesel (2. von rechts), ausgezeichnet. Dieser gibt sein Amt auf, weil ihm die Zeit dafür fehlt: Mit den Worten „Ein Kapitän der Jugendarbeit des Landkreises verlässt die Kommandobrücke“, bedauerte Keilhofer seinen Abgang. Der Kreisbrandrat wird noch im Frühjahr auf Vorschlag der Jugendwarte im Landkreis Kufners Nachfolger bestellen.
Für langjährige Tätigkeit und hervorragende Leistungen ehrte Keilhofer am Sonntag (nach Kufner von rechts) den für die Jugend zuständigen Kreisbrandmeister Alois Wiederer aus Regen mit dem „Ehrenkreuz in Silber des Bezirksfeuerwehrverbandes“, den Leiter der Werksfeuerwehr Rodenstock, Josef Herrnböck aus Untermitterdorf, mit dem „Deutschen Feuerwehrehrenkreuz in Silber“, den Raindorfer Kommandanten Martin Friedrich mit dem „Ehrenkreuz in Silber des Landesfeuerwehrverbandes“. Polizeihauptkommissar Robert Schnitzbauer von der Polizeiinspektion Zwiesel bekam nachträglich, stellvertretend für die Polizei Zwiesel, eine Ehrennadel überreicht, da diese bei der Herbstversammlung der Führungskräfte nicht vertreten war.
Den Geehrten gratulierten (von links) Kreisbrandinspektor Christian Stiedl, der Bürgermeister Josef Brunner, Kreisbrandinspektor Hermann Pledl, Bundestagsabgeordneter Ernst Hinsken, Bezirksverbandsvorsitzender Dieter Schlegl und Kreisbrandrat Hermann Keilhofer. jur/F.: Ried
Quelle: Viechtacher Bayerwald-Bote vom 15. März 2011.