Atemschutzgeräteträger proben den Ernstfall - Umfangreiche Ausbildung
Ruhmannsfelden. Der Einsatz mit Umluft unabhängigem
Atemschutz, besser bekannt als Pressluftatmer, ist eine der gefährlichsten
Tätigkeiten überhaupt. Die gemeldeten Unfälle von Atemschutzträgern
in Deutschland seit 1995: 14 Todesfälle und 257 verletzte Geräteträger.
Gerade deswegen ist eine ständige Aus- und Weiterbildung neben körperlicher
Fitness ein Muss.
Zum zweiten Mal fand für die Feuerwehren des KBM-Bereichs von Thomas Märcz
(Patersdorf, Achslach, Gotteszell, Zachenberg, Triefenried und Ruhmannsfelden)
eine Fortbildung für Atemschutzgeräteträger statt. Von jeder
Wehr waren dazu drei bis vier Geräteträger eingeladen.
Märcz begann die Fortbildung mit einer Präsentation über einen
verheerenden Brand im August 2006 in Budapest, bei dem drei Feuerwehrleute ums
Leben kamen. Nach dem theoretischen Teil und einer offenen Diskussionsrunde
ging man zur Praxis über.
Einsatzort war das Kellergewölbe des Schießstandes der RAG-Arber
Schießsport e.V. Ruhmannsfelden. Trainiert wurden unter anderem Such-
und Rettungstechniken, aber auch Notfallsituationen im Einsatz. Ein Trupp nach
dem anderen musste sich mühsam unter null Sicht mit abgedeckter
Atemschutzmaske im Keller vortasten. Erschwerend kam hinzu, dass der Keller
mit Hindernissen präpariert war.
Die Teams mussten je nach Szenario einen Verletzten finden oder bei einem simulierten
Notfall den Kameraden schnellstmöglich lokalisieren. Die Schutzbekleidung,
die den Träger vor den extremen Bedingungen bestmöglich schützen
soll, isoliert andererseits aber auch die Wärme des Körpers und sorgt
durch das Ansteigen der Körpertemperatur für zusätzliche Belastungen.
Ausgearbeitet und durchgeführt wurde die Fortbildung von KBM Märcz,
unterstützt vom Atemschutzbeauftragten der Feuerwehr Ruhmannsfelden, Andreas
Müller. Wichtigstes Ziel dieser Ausbildung ist es, allen Atemschutzgeräteträgern
eine Heißausbildung in einer Brandsimulationsanlage oder in
einem gasbefeuerten Container zu ermöglichen. Obwohl die Ausbildung
teuer ist, ist eine realitätsnahe Ausbildung ein großer Gewinn für
die Sicherheit der Einsatzkräfte erklärte Märcz.
Er dankte den Teilnehmern abschließend für ihren Dienst, mahnte aber
gleichzeitig zur Vorsicht. Besonders bedankte er sich bei Georg Trellinger und
Johann Probst jun. (RAG Arber) für die Überlassung der Räumlichkeiten.
- sun
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