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Rescueday |
Die drei Feuerwehren Achslach, Linden und Ruhmannsfelden
hatten am Samstag einen gemeinsamen Rettungstag. Da diese drei Wehren
bei Einsätzen Hand in Hand arbeiten müssen, war es nur
die logische Folge, dass man bei diesem Rescueday gemeinsam übte.
Auf Anregung vom 1. Kommandanten der Ruhmannsfeldener Feuerwehr, Rudi Edenhofer,
kamen zwei von 40 Mitarbeitern der Firma Weber Hydraulik aus Thüringen
zur Schulung der Feuerwehr: Einmal Thomas Zapf, der bei der Bundeswehr beschäftigt
und auch Mitglied der Feuerwehr Fürstenfeldbruck ist, und Joachim Völkl,
Mitglied bei der Feuerwehr Schwäbisch Hall und beruflich im Rettungsdienst
tätig.
Am Samstagvormittag machten sie theoretische Ausbildung. Schwerpunktmäßig
ging es um die patientenorientierte Unfallrettung, wobei das Wohl des Patienten
im Mittelpunkt zu stehen hat. Das Konzept The Golden Hour hat zum
Ziel, den Patienten innerhalb einer Stunde einer optimalen Versorgung zuzuführen.
Das bedeutet, nicht mehr als zwanzig Minuten sollten bis zum Eintreffen am Unfallort
vergehen, weitere zwanzig Minuten zur Befreiung des Verletzten und weitere zwanzig
Minuten noch bis zum Eintreffen im Krankenhaus. Dabei gebe der Zustand des Patienten
oder dessen Verletzungen vor, ob der Einsatz mit dem Schwerpunkt möglichst
schonend oder möglichst schnell durchgeführt werden soll, soweit keine
Crashrettung wegen akuter äußerer Bedrohung notwendig
ist.
Vor allem müsse aber das taktische und technische Umfeld immer beachtet
werden. Für die Einsatzkräfte sei es sehr wichtig zu wissen, welche
Probleme in den Teilbereichen zu erwarten seien, und wie diese gelöst werden
können.
Am Nachmittag ging es dann zur Praxis. Vor dem Feuerwehrhaus waren drei Fahrzeugen
mit verschiedenen Unfällen aufgestellt, um die patientenorientierte
Unfallrettung praktisch zu üben. Einmal lag ein Fahrzeug auf dem Dach.
Der Verletzte musste nach dem gelernten Schema geborgen werden. Das nächste
Fahrzeug stand zwar noch auf den Rädern, der Fahrer war aber eingeklemmt.
Diese Rolle spielte einer der Feuerwehrmänner. Er schilderte hinterher,
wie sich die Situation für einen Verletzten darstellen würde, dem
die Arbeitsweise der Feuerwehr unbekannt ist. Das dritte Unfallfahrzeug war
in Seitenlage, wo ebenfalls ein Verletzter befreit werden musste.
Kreisbrandmeister Thomas Märcz verfolgte im Hintergrund die gesamte Schulung.
Jeder der Feuerwehrmänner war als Einsatzleiter einmal verantwortlich für
die Koordinierung. Nach jedem Einsatz wurde das Erledigte besprochen und die
beiden Ausbilder standen für Fragen und Anregungen zur Verfügung.
Weiter gaben sie Tipps, wo man den Rettungsspreizer oder die Rettungsschere
am besten ansetzt oder wie man ohne viel Aufwand eine Rettungsbühne
bauen kann. Weiter wurde die Handhabung der neuesten Rettungswerkzeuge besonders
geübt. Ruhmannsfelden hat nämlich eine Rettungsschere auf dem neuesten
technischen Stand. Mit einer Öffnung bis zu zweihundert Millimetern und
einer Schneidkraft von 107 Tonnen können auch alle Verbundmaterialien in
neuen Fahrzeugen geschnitten werden. Da wurden die Männer der drei Wehren
tüchtig geschult. Insgesamt ergänzen sich die Gerätschaften der
drei übenden Feuerwehren. Beherrscht jeder Mann jedes Gerät, kann
man im Ernstfall problemlos zusammenarbeiten. Das war auch Hintergrund der gemeinsamen,
ganztägigen Übung, die an diesem warmen Sommertag den ganzen Nachmittag
in voller Feuerwehrkleidung mit Schutzhelm und Visier erledigt werden musste.
Der 2. Kommantdant Herbert Brem entfernte nach Beendigung der Übung die
arg zerschnittenen Fahrzeuge vom Hof der Feuerwehr. 1. Kommandant Rudi Edenhofer
bedankte sich bei den beiden Ausbildern Thomas Zapf und Joachim Völkl,
die über die Firma Brandschutztechnik Kilian in Zwiesel organisiert wurden,
für die umfangreiche theoretische und praktische Schulung der drei Feuerwehren.
- dr
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