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Frühjahrsdienstversammlung
2008
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Alarmierung auf neuen Wegen
Integrierte Leitstelle und neues Handy-System waren Hauptthemen bei Tagung des Kreisfeuerwehrverbandes
Von Christina Hackl
Lindberg. 72 Feuerwehren mit rund 3000 Mitgliedern sind im Kreisfeuerwehrverband
Regen organisiert. Ganz so viele konnte Kreisbrandrat Hermann Keilhofer zwar
nicht begrüßen, aber die Mehrzweckhalle in Lindberg war gestern trotzdem
gut gefüllt bei der Verbandstagung, die man praktischerweise gleich mit
der Frühjahrsdienstversammlung kombiniert hatte.Bevor man mit der umfangreichen
Tagesordnung loslegte, wurden Grußworte gesprochen. Bürgermeisterin
Gerti Menigat dankte den Vertretern der vier Ortsteilfeuerwehren in Lindberg
für ihre Arbeit, Landrat Heinz Wölfl stellte eine Anhebung der Haushaltssätze
für Feuerwehrbeschaffungsmaßnahmen in Aussicht und MdL Helmut Brunner
erläuterte die geplanten Änderungen des bayerischen Feuerwehrgesetzes.Neben
Berichten des Schriftführers, des Kassiers und aus den Fachbereichen stand
auch eine Neuwahl für den Verbandsausschuss auf dem Programm. Der bisherige
Vertreter der Vereinsvorsitzenden für den Inspektionsbereich West, Ludwig
Weindl, schied aus gesundheitlichen Gründen aus dem Amt aus. Zu seinem
Nachfolger wurde gestern Josef Kopp von der Feuerwehr Sohl gewählt.Kreisbrandrat
Keilhofer legte bei seinem Bericht die endgültigen Einsatzzahlen für
das Jahr 2007 vor. Bei 117 Brandeinsätzen, 1 028 technischen Hilfeleistungen,
49 Sicherheitswachen und sechs Fehlalarmen seien die Feuerwehren des Landkreises
gefordert gewesen. Die Einsatzzahlen sind in den letzten Jahren relativ
konstant, die Qualität der Einsätze im negativen Sinne aber nimmt
zu, so Keilhofer.Der Kreisbrandrat sprach beispielsweise den Wahnsinn
auf den Straßen an und erinnerte in diesem Zusammenhang an den schockierenden
Unfall bei dem zwei Familienväter auf ihren Motorrädern ums Leben
kamen. Hier reicht es nur noch zu einem Strafbefehl, der nach meinem Ermessen
eher die Familien der Opfer verspottet als für Gerechtigkeit und Abschreckung
zu sorgen, kritisierte Keilhofer. Angesichts der Erfahrungen bei Großeinsätzen
-Viele Daten müssen erfasst werdenwie zum Beispiel bei den Bränden
in der Firma Holz Schiller - forderte der Kreisbrandrat die konsequente Einhaltung
von Rechtsgrundlagen im Bereich Löschwasserversorgung und Rettungswege.
Auch die mysteriöse Brandserie im Raum Viechtach sprach Keilhofer an und
appellierte zur Mithilfe: Wir alle müssen helfen, diesen Brandstifter
zu finden, nur so kann diesem Wahnsinn ein Ende bereitet werden.Den Feuerwehren
würden in den kommenden Jahren wichtige Veränderungen ins Haus stehen,
so Keilhofer. Die Einführung der integrierten Leitstelle sei für den
1. Februar 2010 geplant. Und auch der Feuerwehrverband Regen wolle seinen Beitrag
zur Verbesserung der Alarmierung beitragen. Angedacht sei ein Alarmierungssystem
per Handy, für das Keilhofer gezielt die Werbetrommel rührte. Er kündigte
an, dass man diesbezüglich eine Befragung der Mitglieder durchführen
werde.Thomas Penzkofer ging bei der Versammlung näher auf die SMS-Alarmierung
ein. Wie auch Keilhofer betonte er, dass die Handy-Alarmierung nicht die Sirene
oder den Pieper ersetzen könne, sondern ein zusätzliches Alarmierungs-Instrument
darstelle.Die integrierte Leitstelle war dann das Thema eines Vortrags von Michael
Stahl aus dem Landkreis Cham. Bisher läuft die Alarmierung der Feuerwehren
über die Polizei. Das wird sich in Zukunft ändern. Neu zuständig
ist dann die integrierte Leitstelle mit Sitz in Straubing. Von dort aus werden
die Einsätze von Feuerwehr und Rettungsdienst koordiniert. Im Landkreis
Cham sei man, so Stahl, mit den Vorbereitungen bereits im Endspurt. Vor allem
eines wurde bei seinen Ausführungen schnell klar: Es wird eine Menge Arbeit
auf die Feuerwehren zukommen. Stahl berichtete, dass man für die Leitstelle
eine umfangreichen Datensammlung benötige. Welche Objekte gilt es zu schützen?
Wie ist die Ausstattung der Feuerwehr? Wie viele Fahrzeuge und Geräte stehen
zur Verfügung? Wie können die Führungskräfte im Einsatzfall
erreicht werden? Das alles müsse genauestens erfasst werden, damit das
System der Leitstelle erfolgreich arbeiten könne.Nach so viel Information
stand zuletzt noch ein erfreulicher Punkt auf dem Programm, nämlich die
Ehrung verdienter Mitglieder des Feuerwehrverbandes.
Die Ehrennadel in Gold für langjährige Verdienste
um das Feuerwehrwesen im Landkreis erhielten Josef Thurnbauer von der Feuerwehr
Ruhmannsfelden, Thomas Märcz von der Kreisbrandinspektion und Alois Danzer
von der Feuerwehr Thalersdorf.
Eine noch größere Auszeichnung durften drei weitere
Kameraden in Empfang nehmen, sie erhielten das Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber
des Landesfeuerwehrverbandes Bayern. Der erste Ausgezeichnete war Kreisjugendwart
Hans Helmbrecht. Durch sein großartiges Engagement ist es in den
zurückliegenden Jahren gelungen, die Jugendarbeit im Landkreis Regen entgegen
dem Trend auszubauen, lobte Keilhofer. Durch seine umtriebige und zielgerichtete
Arbeit habe Helmbrecht einen wesentlichen Beitrag zum personellen Fortbestand
der Feuerwehren geleistet. Der nächste im Bunde der Geehrten war Kreisbrandmeister
Robert Lang, der seit Jahren den Fachbereich Gefahrengut im Landkreis leitet.
Hermann Keilhofer: Robert Lang sorgt mit großer Genauigkeit für
die ständige Einsatzbereitschaft dieser Einheit, nebenher betreut er die
Stadt Zwiesel und die Gemeinde Frauenau und hat sich besonders bei der Schneekatastrophe
2006 und den Hochwassereinsätzen in Zwiesel Verdienste erworben.
Schließlich wurde auch der Lindberger Kreisbrandmeister Hans Richter,
der im Landkreis den Fachbereich Atemschutz betreut, auf das Podium gebeten.
Durch sein umsichtiges und entschlossenes Handeln hat er sich bei der
Schneekatastrophe und bei mehreren Großbränden große Verdienste
erworben. Auf Grund seiner Kompetenz und seiner besonderen Art der Menschenführung
ist er ein geschätzter Fachmann, begründete Keilhofer die Auszeichnung.
Hans Richter ließ es sich im Gegenzug nicht nehmen, auch dem Kreisbrandrat
und dem Landrat ein Geschenk zu übergeben. Es handelte sich dabei um gelbe
Schwimmflügel, mit denen die beiden Beschenkten beim nächsten Jugendfeuerwehrtag
als Linienrichter beim Weitschießen mit der Feuerwehrspritze auftreten
sollen.
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Bei der Tagung wurden auch verdiente Feuerwehrmänner ausgezeichnet (v. li.): Kreisbrandrat Hermann Keilhofer, KBI Hermann Pledl, Hans Richter, Hans Helmbrecht, Robert Lang, Josef Thurnbauer, Thomas Märcz, Referent Michael Stahl (verdeckt) und Alois Danzer. (Foto: Hackl)