Bericht 58

Übung zur Feuerwehr-Aktionswoche

12 Verletzte bei Brand in Altersheim - 166 Einsatzkräfte proben den Ernstfall - Großes Lob für das gute Zusammenspiel aller Beteiligten

Viechtach (mai). Ein Brand in einem Gebäude, in dem sich viele kranke, alte oder pflegebedürftige Personen aufhalten, ist eine der schlimmsten Vorstellungen der meisten Feuerwehrleute. Um dieser schwierigen Situation im Ernstfall gerecht zu werden, veranstaltete die Freiwillige Feuerwehr Viechtach am Freitagabend anlässlich der Brandschutzwochen eine landkreisübergreifende Übung im Altersheim St. Elisabeth.
Bereits fünf Minuten nach der Alarmierung um 18 Uhr trifft das erste Einsatzfahrzeug aus Viechtach im Wirtschaftshof ein. Es folgen fünf weitere und die Drehleiter aus Viechtach, zwei Feuerwehrautos aus Schlatzendorf sowie aus Blossersberg. Danach treffen in kurzen Abständen die Wehren aus Pirka, Schönau, Tresdorf, Wiesing und Kollnburg, Kötzting, Rechertsried und Prackenbach sowie die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung, die Kreisbrandinspektion und das BRK ein. Nach nur 22 Minuten sind 166 Einsatzkräfte vor Ort, um verletzte und vermisste Personen zu bergen und den Brand in Griff zu bekommen.
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Rauch auf dem Gang

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Auslöser für den fingierten „Brand“ ist ein implodiertes Fernsehgerät in einem Zimmer im zweiten Stock. Schnell entwickelt sich dichter, beißender Rauch auf dem Gang. Als erstes eilt das Personal des Altenheimes zu Hilfe und versucht, möglichst viele Bewohner in Sicherheit zu bringen. Keine leichte Aufgabe, da manche Personen stark verwirrt sind und sich nicht einfach aus den Zimmern führen lassen. Mit zwei Drehleitern aus Viechtach und Kötzting beginnt kurze Zeit später die Bergung von zwölf verletzten Personen aus dem zweiten Stock über die Fenster. Atemschutzträger kämpfen sich auf allen Vieren durch die stark verrauchten Gänge und Zimmer, können dank des Einsatzes einer Rauchmaschine wirklich kaum die Hand vor den Augen sehen. Die Kötztinger Wehrleute sind mit einer Wärmebildkamera unterwegs, um Vermisste zu suchen, leuchten akribisch genau Zimmer und Aufenthaltsräume aus. In der Zwischenzeit werden die Verletzten von den Helfern des Roten Kreuzes fachmännisch versorgt, Brandwunden und Knochenbrüche behandelt oder einfach nur beruhigt.
Nach einer Stunde ist alles vorbei. Die Übung ist gut verlaufen. Bernhard Hacker von der Feuerwehr Viechtach bedankte sich anschließend bei einer vom Seniorenheim gestifteten Brotzeit bei allen Beteiligten. „Die Übung hat gut geklappt, alle haben sorgfältig und ruhig gearbeitet.“ Auch KBR Hermann Keilhofer lobte die gute Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr, BRK und dem Personal: „Der Schwerpunkt solcher Großübungen ist die Harmonie der Einsatzkräfte und da gibt es heute im Großen und Ganzen keine Kritik. Alles ist reibungslos abgelaufen. Die Einsatzkräfte sind untereinander gut eingespielt. Die Drehleiter aus Kötzting ist gerade bei solchen Fällen äußerst wichtig, wie man heute wieder gesehen hat.“ Einziger Kritikpunkt Keilhofers waren die zu hohen Bäume vor dem Eingang, die die Drehleitern doch etwas behinderten.
Rudi Klingl vom BRK betonte, dass das Rote Kreuz im Ernstfall mit etwa 30 bis 40 Leuten anrücken würde und nicht, wie bei der Übung, nur mit 14. Damit wäre eine erstklassige Versorgung der Verletzten garantiert. Er bemängelte allerdings, dass es kleine Probleme bei der Verständigung mit den Feuerwehrleuten gegeben habe. „Die Zusammenarbeit beim Tragen von Verletzten müsste noch verbessert werden“, meinte er.
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Bei 90 Prozent

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Heimleiter Edwin Schedlbauer bedankte sich bei allen Einsatzkräften und dem Personal für die Übung. „Wir haben schon vorher geübt, was die Schwestern im Ernstfall zu tun hätten und haben heute etwa 90 Prozent unseres Übungsziels erreicht, am Rest arbeiten wir noch“, erklärte er. Überzeugt zeigte er sich auch vom Sachverstand und Können der Helfer. „Bei so vielen Feuerwehrleuten ist mir nicht bange. Jetzt fühlen wir uns sicherer. Trotzdem hoffen wir, dass nie ein Ernstfall eintritt.“ Auch Caritas-Vorsitzender Josef Niedermayer war äußerst zufrieden mit dem Verlauf der Übung. „Ich bin beeindruckt von eurer Ausrüstung und dem guten Zusammenspiel. Unser Personal hat heute die Gewissheit bekommen, dass alle optimal ausgestattet sind“, lobte er.
Karl Breu, Sicherheitskraft für Arbeitssicherheit aus Mitterfels, der die Übung mit vorbereitet hat, freute sich, dass alle Beteiligten etwas dazugelernt haben, wie sie bei diesem Objekt im Ernstfall vorgehen müssten. Besonders betonte er den hervorragenden Übergang vom Personal zur Feuerwehr.
Zweiter Bürgermeister Erich Muhr dankte den Beteiligten für die Opferung ihrer Freizeit und lobte den guten Verlauf. Ein großes Lob gilt auch den Mitgliedern der Theatergruppe der Realschule um Franzi Klinglhöfer, die die Verletzten und Verwirrten hervorragend und wahrheitsgetreu nachspielten und so manchen Rettern viel Geduld und Einfühlvermögen abverlangten.
Neben den zwölf Schauspielern mussten die Helfer aber auch noch eine nicht geplante „Verletzte“ retten. Eine Heimbewohnerin hatte spontan den Wunsch, einmal mit der Drehleiter fahren zu dürfen - und der wurde ihr gerne von den Feuerwehrmännern erfüllt.

Quellen: Text und Fotos: PNP, KFV Regen