Einsatz 30

Bewohner verursacht Brand in Aussiedlerwohnheim

Appartement unterm Dach völlig zerstört - Sachschaden wird auf 100 000 Euro geschätzt - 120 Feuerwehrleute vor Ort

Böbrach (gsc). Die Fahrlässigkeit eines betrunkenen Bewohners hat in der Nacht zum Mittwoch ein Feuer im Maisrieder Übergangswohnheim für Spätaussiedler verursacht. Der 30-Jährige musste wegen Verdachts einer Rauchvergiftung ins Krankenhaus. Die übrigen 35 Bewohner konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Großalarm der Stufe 3 führte am Mittwoch kurz nach 1.30 Uhr 120 Feuerwehrleute zum Übergangswohnheim für Spätaussiedler nach Maisried (Gemeinde Böbrach). In einem Ein-Zimmer-Appartement unter dem Dach des aus mehreren aneinander gebauten Gebäuden bestehenden Heimes war Feuer ausgebrochen. Beim Eintreffen der Wehrleute aus Böbrach, Auerkiel, Bodenmais, Asbach, Teisnach, Kaikenried, Altnußberg, Linden, Regen und Ruhmannsfelden stand der westliche Teil des Heimes bereits in Flammen. „Wir konnten nur noch den noch nicht betroffenen Teil schützen“, berichtete gestern Feuerwehr-Pressesprecher Kreisbrandmeister Johann Achatz. Die Einsatzleitung vor Ort hatte Kreisbrandmeister Christian Stiedl.
Das Appartement brannte völlig aus, große Teile des Dachstuhls in diesem Bereich sind zerstört. Auch die drei daneben liegenden Zimmer sind aufgrund der Rauchentwicklung nicht mehr bewohnbar. Die Bewohner der darunter liegenden Wohnungen mussten wegen des durch die Decke gelaufenen Löschwassers in andere Gebäude umziehen. Erste Schätzungen beziffern den entstandenen Sachschaden auf 100 000 Euro.
Das Feuer wurde nach ersten Erkenntnissen der Polizei durch Unachtsamkeit des 30-jährigen Bewohners der Dachgeschosswohnung verursacht. Der angetrunkene Mann hatte eine Herdplatte vergessen, außerdem war er offenbar mit einer brennenden Zigarette eingeschlafen. Ein Nachbar war wegen der Rauchentwicklung wach geworden und hatte den Betrunkenen aus dem Haus gezogen.
Das Übergangswohnheim bietet Platz für insgesamt 100 Personen, sagte Pressesprecher Wilhelm Völk von der Regierung von Niederbayern, die das Heim betreibt. Die Bewohner sind Spätaussiedler und stammen allesamt aus dem Bereich der ehemaligen Sowjetunion. Wenn sie nach Deutschland kommen, können sie freiwillig in derartige Heime einziehen. Viele tun dies, bis sie einen Sprachkurs abgeschlossen haben oder eine Wohnung in der Nähe von Verwandten in Deutschland gefunden haben, berichtet Völk.

Bilder; Text: KFV-Regen (http://www.kfv-regen.de), PNP