Einsatz 77

Schneestürme und Verkehrschaos im Bayerwald


Laster verursachen Staus, gesperrte Straßen - aber nur wenige Unfälle - Winterdienst im Dauereinsatz

von Dirk Eikhorst
Viechtach. Der Winter ist nach Deutschland zurückgekehrt. Im Schlepptau des Tiefs „Dorian“ zog gestern eine massive Kaltfront auch über den Bayerischen Wald hinweg. Heftige Schneefälle und Sturm mit zum Teil orkanartigen Böen verursachten im Altlandkreis streckenweise Verkehrschaos. Wegen umgekippten Bäumen und abgerissenen Ästen mussten Strecken gesperrt werden, durch zahlreiche auf Grund von Schnee- und Eisglätte liegen gebliebene Laster staute sich der Verkehr vor allem auf der B 11 und der B 85.
Der Deutsche Wetterdienst hatte für den gesamten Landkreis Regen zahlreiche Unwetterwarnungen ausgegeben, die sich zwar meist auf Höhenlagen über 800 Meter bezogen, deren Auswirkungen aber auch in flacheren Gebieten deutlich zu spüren waren. Starken Schneefall, starke Schneeverwehungen, Orkanböen und nach Süden ziehende Gewitter mit örtlichen Blitzschäden sagte der Wetterdienst voraus.
„Wir sind seit 3 Uhr in der Früh pausenlos im Einsatz“ berichtet Franz Stern, der Leiter der Straßenmeisterei Viechtach. Mit zehn Schneepflügen nahmen sie den Kampf gegen die Schneemassen auf, „besonders in den höheren Lagen war der Einsatz besonders schwer“, erklärt Stern. Auf einigen Strecken reichten die Schneepflüge nicht mehr aus, weil sich der an den Fahrbahnrand geschobene Schnee zu hoch auftürmte. „Wir mussten Schneeschleudern einsetzen, um die Straßen wieder breit genug für den Verkehr zu machen“, sagt der Leiter des Winterdienstes.
Zu erheblichen Behinderungen kam es auf der B 11 im Bereich zwischen Gotteszell und Graflinger Tal, weil etliche Laster den widrigen Wetterbedingungen nicht gewachsen waren. Besonders stauträchtig war auch die B 85 im Bereich der Marcher Höhe, hier blieben gleich mehrere Lkw stehen. „Die kamen mit ihren Sommerreifen nicht mehr vor- und nicht mehr rückwärts“, berichtet Stern, „und haben damit natürlich auch unsere Räumfahrzeuge behindert.“
Zu Unfällen kam es trotz der stellenweise sehr glatten Fahrbahnen nur vereinzelt. Am frühen Morgen kam eine 35-jährige Frau mit ihrem Fahrzeug zwischen Wiesing und Viechtach auf der matschigen Straße ins Schleudern und prallte gegen eine Leitplanke. Die junge Frau blieb unverletzt.
Bereits am Donnerstagabend rutschte ein Lkw auf der B 11 in eine Leitplanke und blieb quer zur Fahrbahn liegen. Auch der Lkw-Fahrer blieb unverletzt, es bildeten sich aber kilometerlange Staus in beide Richtungen bis der Laster schließlich geborgen werden konnte. Auch auf der Staatsstraße 2139 Richtung St. Englmar spielten sich ähnliche Szenen ab, als ein weiterer 40-Tonner liegenblieb.
Die Kreiststraße REG 16 zwischen Ruhmannsfelden und Hampermühle musste vorläufig für den Verkehr gesperrt werden, weil zahlreiche Tannenwipfel dem Gewicht des nassen Schnees und den starken Sturmböen nicht mehr standhielten. Sie stürzten krachend auf die Straße.
Auch die Vorhersagen für den heutigen Samstag versprechen wieder einige Wetterkapriolen: Schauerartige Schneefälle, Dauerfrost und Sturmböen.

Quellen: Text und Foto: PNP