Einsatz 10

Danzerhof in Schönau geht in Flammen auf


150 000 Euro Schaden - Nur Wohnhaus konnte gerettet werden - 163 Feuerwehrmänner bei Eiseskälte im Einsatz

von Dirk Eikhorst
Schönau. Nur der guten Brandschutzisolierung ist es zu verdanken, dass der Danzerhof in der Ortsmitte von Schönau bei Viechtach nicht ein kompletter Raub der Flammen wurde. In der Nacht zum Mittwoch brach ein Feuer auf dem Anwesen aus, das Stall, Scheune und Werkstatt in verkohlte Holzgerippe verwandelte. Vier Stunden lang kämpften über 160 Feuerwehrleute bei Temperaturen von minus zwölf Grad und ständiger Rutschgefahr gegen die Flammen. Ein Brandermittler des Landeskriminalamtes forschte gestern noch nach der Brandursache.
Kurz nach drei in der Früh wird die Frau von Josef Heigl wach und wundert sich über das Licht, das zum Schlafzimmerfenster hereinfällt. Ein Blick nach draußen bringt die schreckliche Erleuchtung: Der Stall des Danzerhofes steht in hellen Flammen. Das Ehepaar bringt Tochter und zwei Enkelkinder in Sicherheit und alarmiert die Feuerwehr. Nur fünf Minuten nach dem Großbrand-Alarm trifft Stephan Schrötter, Kommandant der Schönauer Wehr, mit seinen Einsatzkräften am Unglücksort ein: „Da stand schon alles in Flammen“, berichtet er.
Immer mehr Wehren wurden alarmiert, bis schließlich 163 Einsatzkräfte aus Schönau, Wiesing, Blossersberg, Viechtach, Asbach, Pirka, Schlatzendorf, Ruhmannsfelden, Teisnach, Arnbruck, Drachselsried und Kirchaitnach gemeinsam gegen die Flammen kämpften. „Durch die vorbildliche Brandisolierung, die der Hofbesitzer verbaut hat, haben wir erheblich Zeit gewonnen“, erklärte Schrötter, der sich nicht ausmalen wollte, wieviel sonst vom Hof stehengeblieben wäre. Auch das BRK war unter der Leitung von Franz Lobmeier mit zwei Rettungswagen, einem Notarzt und der Schnelleinsatzgruppe vor Ort.
Unterstützung, die sich als dringend benötigt herausstellte: Das Löschwasser gefror bei den eisigen Temperaturen sofort zu einer dicken Eisschicht - unter ständiger Rutschgefahr mussten die Feuerwehrler ihre Löscharbeiten fortsetzen. Einige Brandschützer mussten nach Stürzen vom Notarzt versorgt werden, ein Mann sogar mit Verdacht auf Rippenbruch ins Krankenhaus Viechtach gebracht werden. Auch der Hofbesitzer Josef Heigl hatte sich bei seinen ersten Löschversuchen leicht verletzt und musste behandelt werden.
Bei der Löschwasserversorgung ergaben sich leichte Engpässe: Zwar befinden sich in 50 und in 200 Meter Entfernung Zisternen, aus denen zwar Löschwasser gezapft werden konnte, die aber auch der Trinkwasserversorgung dienen. „Um zu vermeiden, dass ganz Schönau nach dem Brand auf dem Trockenen sitzt, haben wir einen Pendelverkehr eingerichtet, der Löschwasser aus Blossersberg zur Einsatzstelle gebracht hat“, berichtet Einsatzleiter Stephan Schrötter. Er lobte ausdrücklich die vorbildliche Zusammenarbeit der vielen Einsatzkräfte und dankte auch den Anwohnern, die die Feuerwehrler bis in die frühen Morgenstunden mit heißen Getränken versorgten. Nach vier Stunden konnte Schrötter „Brand aus“ vermelden.
Bilanz: Der Schaden an den Gebäuden beläuft sich nach neuerlichen Schätzungen der Kripo auf rund 150 000 Euro. Drei der sieben Jungrinder verbrannten im Stall, ein Kalb brach aus und konnte erst in den Morgenstunden im vier Kilometer entfernten Rauhbühl wieder eingefangen werden. Die Brandursache ist bislang noch ungeklärt, wird aber von einem Brandermittler des Landeskriminalamtes untersucht.

Brand: Polizei geht von technischer Ursache aus


Weitere Ermittlungen - Abbrucharbeiten am Danzerhof

Viechtach (eik). Noch immer hängt schwerer Brandgeruch über dem Danzerhof in Schönau, der in der Nacht zu Mittwoch teilweise ein Raub der Flammen wurde. Nach eingehenden Untersuchungen in der Brandruine geht der Ermittler des Landeskriminalamtes derzeit von einem technischen Defekt als Brandursache aus, wie die Polizeidirektion Straubing gestern mitteilte. Unterdessen hat Josef Heigl mit ersten Aufräumarbeiten auf seinem Hof begonnen.
„Es sind noch genauere Untersuchungen nötig“, sagte Polizeisprecher Christian Rottbauer gestern auf Nachfrage des Viechtacher Bayerwald-Boten, „Kabel und auch andere Spuren vom Hof müssen analysiert werden.“ Brandleider Josef Heigl erwartet in den nächsten Tagen die Sachverständigen diverser Versicherungen auf seinem Hof. „Der von der Polizei geschätzte Schaden von 150 000 Euro reicht lange nicht“, sagt er. Ob der Rentner den Schreinerbetrieb, den er seit einiger Zeit verpachtet hatte, wieder aufbaut, sei noch nicht entschieden, sagt Heigl. Mit kleineren Aufräumarbeiten hat er bereits begonnen, am Wochenende sollen die Abbruchcontainer kommen.
Der erste Schock ist gewichen - die Hand schmerzt noch immer: Bei dem Versuch, seine Tiere zu retten, hatte Heigl zusammen mit dem Nachbarn erst die von innen versperrte hintere Stalltür mit einem Jeep einreißen müssen, weil der eigentliche Weg durch dicke Rauschschwaden schon unpassierbar war. Beim Versuch, mit einem Pflasterstein die Verriegelung der inneren Stalltür zu lösen, verletzte er sich am linken Zeigefinger.


Bericht und Fotos: PNP und FF Schlatzendorf