Bericht 66

Quellen: Text: Polizei

Fotos: KFV Regen

Düngemittellager wird ein Raub der Flammen

VIECHTACH. Beim Brand eines Kunstdüngerlagers in Viechtach entstand Sachschaden in Höhe von ca. 500.000 Euro. Kein Personenschaden.

Am Sonntag, 28.10.2007, kurz nach fünf Uhr morgens meldeten Anwohner aus Viechtach einen Brand auf dem BayWa-Gelände in Viechtach. Kurz nach Eintreffen der Feuerwehr stand schon die gesamte Lagerhalle in Flammen.
Die 15 x 30 Meter große Lagerhalle, in der ca. 500 Tonnen Kunstdünger lagerten, brannte trotz aller Löschversuche bis auf die Grundmauern nieder. Den Feuerwehren gelang es, Schaden von den anderen Gebäuden abzuwehren.
Der Brand war nach Angaben der Feuerwehr gegen 06.30 Uhr unter Kontrolle, zur Zeit werden die entstandenen Glutnester abgelöscht. Dadurch entstehen immer wieder starke Rauchwolken.
Durch den Brand entsteht eine starke Geruchsbelästigung. Da nicht bekannt ist, welche chemischen Verbindungen durch den Brand des Kunstdüngers freiwerden, wurde vorsorglich eine Gefahrenmitteilung veröffentlicht, in der die Anwohner aufgefordert worden sind, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Diese Mitteilung hat auch noch weiterhin Bestand - erst nach Ablöschen der Glutnester, wenn keine Rauchwolken mehr entstehen, kann die Gefahrenmitteilung widerrufen werden. Nach vorläufigen Schätzungen könnte dies bis Mittag dauern.
Es werden laufend Messungen durch die Feuerwehr durchgeführt, bisher gab es nur leichte Erhöhungen der Werte, die aber immer weit unter den Grenzwerten lagen.
Durch den Brand wurde niemand verletzt, es waren unter Leitung von Kreisbrandrat Keilhofer insgesamt 144 Einsatzkräfte der Feuerwehren Viechtach, Schlatzendorf, Wiesing, Blosserberg, Pirka, Tresdorf, Kollnburg, Regen, Kirchaitnach, Ruhmannsfelden, und Teisnach im Einsatz.
Die anwesenden Pressevertreter wurden vor Ort durch PK Josef Eckl, Pressesprecher der PD Straubing, informiert.
Nach einer ersten Schätzung wird der Schaden mit ca. 500 000 Euro beziffert.
Die Ermittlungen zur Brandursache hat die Kriminalpolizei Deggendorf übernommen.

 


Großalarm nach Brand in der Düngerhalle


Lagerhalle der BayWa am Sonntagfrüh restlos ausgebrannt - Giftige Gase: Rundfunk-Warnung an die Anwohner

VIECHTACH. Großalarm am frühen Sonntagmorgen in Viechtach: Auf dem BayWa-Gelände an der B 85 hat ein Feuer die neu erbaute Lagerhalle mit Düngemitteln vernichtet.
Da beim Brand von Düngemitteln gesundheitsschädliche Gase freigesetzt werden, wurde die Bevölkerung über Rundfunk aufgerufen, die Fenster geschlossen zu halten. Dies war eine reine Vorsichtsmaßnahme, denn wie die laufenden Messungen ergaben, wurden die Grenzwerte zu keiner Zeit überschritten. Der Brand machte einen massiven Feuerwehreinsatz notwendig, der Sachschaden wurde gestern Mittag auf rund eine halbe Million Euro geschätzt.
Schon einmal wurde die Düngerhalle der BayWa ein Raub der Flammen: am 28. Juni 2001 brannte an gleicher Stelle die Lagerhalle mit Düngemitteln aus, eine Brandursache konnte damals nicht ermittelt werden.
Das Düngemittellager der BayWa AG in der Flurstraße befindet sich auf dem rückwärtigen Firmengelände hinter der großen Lagerhalle, zur Bundesstraße B 85 hin durch Bäume und Sträucher abgeschirmt. Am frühen Sonntagmorgen, kurz nach fünf Uhr, entdeckten Anwohner das Feuer und verständigten sofort die Polizei. Bereits beim Eintreffen der Feuerwehren stand die 30 mal 15 Meter große Halle in hellen Flammen, im ganzen Umfeld machte sich beißender Rauch breit.

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Gut 400 Tonnen

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In der Halle waren nach ersten Erkenntnissen gut 400 Tonnen Kunstdünger gelagert, in erster Linie Branntkalk, Phosphor-Dünger, Kalkamonsalpeter und MP-Dünger. Durch Feuer werden in diesen Düngemitteln chemische Prozesse ausgelöst, die das gefährliche Kaliumnitrat entstehen lassen.
Die wirksamste Bekämpfung ist der Einsatz von Wasser, das den anrückenden Feuerwehren durch ihre Tanklöschfahrzeuge und die nahen Hydranten vom Schulzentrum und Schlatzendorf genügend zur Verfügung stand. Beim Löschen gab es immer wieder explosionsartige Reaktionen, vom Brandort stiegen gewaltige Rauchwolken auf. Gegen 6.30 Uhr war der Brand weitgehend unter Kontrolle, ein Übergreifen auf die große BayWa-Halle konnte verhindert werden.

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Ständig Messungen

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Die auf Gefahrgutunfälle spezialisierten Einsatzkräfte der Feuerwehr mit Kreisbrandmeister Josef Bauer (Drachselsried) kontrollierten von Anfang die Brandentwicklung durch ständige Messungen der Schadstoffe. Obwohl die Grenzwerte für eine Gesundheitsgefährdung noch deutlich unterschritten waren, wurde vorsorglich eine Warnung an die Bevölkerung herausgegeben. Die erste Meldung über Rundfunk kam um 6 Uhr früh. Diese Warnung wurde nach dem Abschluss der Löscharbeiten um 12.30 Uhr aufgehoben. „Eine Gefährdung der Anwohner hat zu keiner Zeit bestanden“, bestätigte ein Polizeisprecher.
Der umfangreiche Feuerwehreinsatz wurde von Kreisbrandrat Hermann Keilhofer (Regen) geleitet, tatkräftig unterstützt von Kreisinspektor Peter Altmann, dem Viechtacher Kommandanten Bernhard Hacker und Thomas Penzkofer von der UG-ÖeL.
Vor Ort waren knapp 150 Einsatzkräfte von den Feuerwehren Viechtach, Schlatzendorf, Wiesing, Blossersberg, Pirka, Tresdorf, Kollnburg, Kirchaitnach, Teisnach, Ruhmannsfelden und Regen. Vor allem die Leute „an der Front“ hatten Schwerstarbeit zu leisten, die Atemschutzträger waren im Nu durchgeschwitzt und wurden immer wieder durch neue Kräfte abgelöst.

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Versorgung durch BRK

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Wie immer in solchen Katastrophenfällen war auch das Rote Kreuz eingesetzt. Nach Angaben von BRK-Einsatzleiter Franz Lobmeier war die BRK-Bereitschaft Viechtach mit zwei Rettungswägen und einem Notarzt vor Ort. Zusätzlich wurde die Schnelleinsatzgruppe zur Versorgung der Feuerwehrleute alarmiert. Vor allem für die schwer beanspruchten Atemschutzträger wurden aus der Küche des Kreiskrankenhauses warme Getränke organisiert, die Unterstützung des Küchenpersonals bis in den späten Vormittag hinein sei vorbildlich gewesen, berichtete Lobmeier.
Noch im Morgengrauen rückten dann die ersten Entsorgungsfahrzeuge an. Es galt, die teils noch glimmenden Düngemittel als Sondermüll zu entsorgen und auch das aufgefangene, schäumende Löschwasser in die Kläranlage zu transportieren. Alle vom Einsatzort kommenden Feuerwehrleute wurden vom ABC-Einsatztrupp der Feuerwehr durch ein Fußbad geschleust und desinfiziert.
Nachdem die Lagerhalle neu gebaut war und auch die Lagermenge wesentlich größer war als beim Brand vor sechs Jahren, ist auch der Schaden weitaus höher als damals. Belief sich 2001 der Gesamtschaden auf rund 250 000 DM (!), so schätzen Experten den jetzigen Schaden auf rund 500 000 Euro.
Über die Brandursache gab es bis gestern Nachmittag keine zuverlässigen Erkenntnisse. Da ein technischer Defekt oder Selbstentzündung in dem allein stehenden Gebäude nahezu ausgeschlossen werden kann, geht „die Überlegung in Richtung Brandstiftung“, sagte ein Polizeisprecher. Angeblich ist beim Eintreffen des ersten Feuerwehrfahrzeugs „eine dunkle Gestalt“ davongelaufen. Die Kripo Deggendorf hat die Ermittlungen übernommen.

PNP 29.10.2007