Bericht 79

 

Polizei Bayern Pressemeldung 06.12.2007, PD Straubing

Zwei Personen beim Brand eines landwirtschaftlichen Anwesens schwer verletzt

VIECHTACH, LKR. REGEN. Am Donnerstagmorgen brannte in dem Ortsteil Gstadt ein unbewohntes Bauernhaus bis auf die Grundmauern nieder. Bei dem Brand wurden zwei Personen schwer verletzt. Ein Brand der angebauten Stallung konnte von den zahlreichen Feuerwehrkräften verhindert werden. Die Kripo Deggendorf hat die Ermittlungen aufgenommen. Die Brandursache ist noch ungeklärt, Anhaltspunkte für eine Brandstiftung gibt es nicht. Der Schaden beläuft sich nach ersten Schätzungen auf etwa 300.000 Euro.


Am Nikolaustag, gegen 04.45 Uhr, verständigte eine Bewohnerin eines landwirtschaftlichen Anwesens die Polizeiinspektion Viechtach, dass auf dem Betriebsgelände das alte unbewohnte Bauernhaus mit angebauter Stallung brennt. Die Viechtacher Polizei löste umgehend Großalarm für die umliegenden Feuerwehren aus, die mit zahlreichen Feuerwehrfrauen und -männern am Brandort eintrafen.

Aus bislang ungeklärter Ursache brach in einem unbewohnten Bauernhaus im Bereich des landwirtschaftlichen Anwesens ein Brand aus, der sich schnell ausbreitete. Das Feuer erfasste das alte Wohngebäude mit angebauter Garage, Werkstatt und Stadel. Die ebenfalls angebaute Stallung konnten nur durch einen gezielten und massiven Feuerwehreinsatz gerettet werden. Ein Übergreifen der Flammen konnte an der bestehenden Brandschutzmauer verhindert werden.

Beim Verbringen eines 78-jährigen Anwohners aus dem Gefahrenbereich, der noch Löscharbeiten mit einem Gartenschlauch durchführte, stürzte das Dach ein. Der Senior und ein Feuerwehrmann wurden dabei schwer verletzt und mussten zur stationären Behandlung in Krankenhäuser gebracht werden, Lebensgefahr besteht zur Zeit nicht. Weitere Personen wurden nicht verletzt. Auch die in der Stallung befindlichen Tiere konnten alle gerettet werden.

Die genaue Brandursache ist noch ungeklärt. Anhaltspunkte für eine Brandstiftung liegen nicht vor. Die Kripo Deggendorf hat die Ermittlungen aufgenommen. Die Schadenshöhe beläuft sich nach ersten Schätzungen auf etwa 300.000 Euro.

Neben etwa zehn örtlichen Feuerwehren waren auch Kreisbrandrat Keilhofer und der zuständige Kreisbrandinspektor Altmann an der Brandstelle und koordinierten den Einsatz ihrer Kräfte. Eine größere Anzahl von Rettungskräften mit einem Notarzt waren ebenfalls vor Ort eingesetzt. Diese übernahmen die Erstversorgung der beiden Verletzten. Durch das hervorragende Zusammenwirken der Feuerwehr- und Rettungskräfte konnte ein größerer Schaden verhindert werden.

Beim Löschversuch fällt das Gebäude ein Zwei Verletzte nach Brand auf Bauernhof


Unbewohntes Nebengebäude ein Raub der Flammen - Geschätzter Schaden: 300 000 Euro - Brandursache unklar

von Gunther Schlamminger (PNP)
Viechtach/Gstadt. Dramatische Szenen mit halbwegs glimpflichem Ausgang spielten sich ab bei den Löscharbeiten gestern Früh in Gstadt: Weil er offenbar etwas aus seiner Werkstatt retten wollte, so schilderten es Augenzeugen, ging der 78-jährige Vater des Brandleiders mit dem Gartenschlauch in der Hand in das brennende Nebengebäude. Zwei erfahrene Feuerwehrleute, darunter der Schwiegersohn, erkennen die Gefahr: Das zu diesem Zeitpunkt bereits stark beschädigte Gebäude könnte einstürzen. Sie wollen den Opa zurückhalten und gehen ihm nach. Da verschwinden die drei in Asche und Staub. „Wir waren alle schockiert“, sagt Walter Weihmann, Pressesprecher der Stadtfeuerwehren.
Während der Schwiegersohn, als Kommandant der Feuerwehr Blossersberg selbst ein erfahrener Feuerwehrmann, noch an der Tür gestanden hatte und unverletzt blieb, dauerte es ein paar Minuten, bis der Brandleider und der Schönauer Kommandant befreit waren. Und sie hatten mächtige Schutzengel: Zwar kamen beide mit schweren Brandverletzungen im Bereich der Beine in Krankenhäuser, sie waren aber nach einer Mitteilung der Polizei gestern Nachmittag außer Lebensgefahr.
„Bei einem Brand kann immer etwas passieren, da war es gut, dass uns die Feuerwehren frühzeitig alarmiert hatten“, lobte gestern BRK-Einsatzleiter Franz Lobmeier. Die Notärzte aus Viechtach und Zwiesel, Rettungswagen aus Viechtach, Regen, Zwiesel und Bad Kötzting sowie die ehrenamtliche Rot-Kreuz-Unterstützungsgruppe hatte er vor Ort. So waren die Verletzten rasch versorgt und abtransportiert. Der Vater des Brandleiders wurde im Laufe des Vormittags zur weiteren Behandlung in ein Regensburger Klinikum verlegt, der Schönauer Kommandant wird weiter in Viechtach behandelt. Die Feuerwehrleute erhielten vom BRK später Brotzeit und heiße Getränke aus der Krankenhausküche.
Um 4.45 Uhr heulten die Sirenen
Gegen 4.45 Uhr früh hatten die Feuer-Sirenen die Bewohner im gesamten Stadtgebiet aus dem Schlaf gerissen: An dem landwirtschaftlichen Anwesen Bielmeier in Gstadt war das alte, unbewohnte Bauernhaus in Brand geraten. Die Feuersäule war weitum sichtbar, der Rauch und der durch das Löschwasser entstehende Dampf verzogen sich den ganzen Vormittag lang kaum.
„Die Kameraden haben hervorragend gearbeitet“, lobte Walter Weihmann. Innerhalb kurzer Zeit waren Schlauchleitungen von einem nahe gelegenen Weiher und drei aus dem Regenfluss gelegt. Tankfahrzeuge leisteten wertvolle Hilfe beim Ersteinsatz.
Die Viechtacher Kommandanten Bernhard Hacker und Thomas Penzkofer leiteten mit Unterstützung aus der Kreisbrandinspektion den Einsatz. Vor Ort waren Kreisbrandrat Hermann Keilhofer, Kreisbrandinspektor Peter Altmann und die Kreisbrandmeister Adolf Bielmeier, Josef Bauer, Thomas Märcz, Christian Stiedl, Hans Richter und Michael Maimer. Insgesamt 150 Feuerwehrleute waren im Einsatz; von den sechs Stadtfeuerwehren Schönau, Blossersberg, Viechtach, Wiesing, Schlatzendorf und Pirka, außerdem aus Kollnburg, Rechertsried, Tresdorf, Asbach, Teisnach, die Schlauchwagen aus Drachselsried und Ruhmannsfelden und die Drehleiter aus Bodenmais.
Nach gut eineinhalbstündiger Schwerstarbeit war der Brand unter Kontrolle. Es gelang, die nur wenige Meter entfernt stehenden Wohnhäuser und die benachbarten Gebäude zu retten. Die Kühe wurden vorübergehend auf eine Wiese geführt und von Feuerwehrleuten und Nachbarn bewacht, ehe sie vormittags zurück in ihren Stall konnten, den die Feuerwehren dank einer Brandschutzmauer retten konnten.
Das direkt an der Durchfahrtsstraße gelegene Gebäude, an das Garagen, Werkstatt und Stadel angebaut waren und in dem unter anderem der Melkraum und ein Hackschnitzellager untergebracht waren, stand beim Eintreffen der Feuerwehren bereits lichterloh in Flammen und war nicht mehr zu retten.
Unter anderem wurde auch das alte Löschfahrzeug der Feuerwehr Blosserberg zerstört; der Oldtimer war in dem bis auf die Grundfeste niedergebrannten Gebäude untergestellt.
Den ganzen Tag über waren noch Einsatzkräfte vor Ort, löschten auflodernde Glutnester und halfen beim Aufräumen. Nach ersten Schätzungen spricht die Polizei von einem entstandenen Sachschaden in Höhe von 300 000 Euro. Die Brandursache steht noch nicht fest, Anhaltspunkte für eine Brandstiftung gibt es nicht.