Einsatz 62

Großbrand in der Zimmerei Brunner


Robert Brunner (18) löscht seinen Arbeitsplatz - 250 Feuerwehrleute im Einsatz - Brandherd: Holzlager

Von Roland Mitterbauer
Regen. „Glück im Unglück“ soll die Überschrift heute lauten, schlug Kreisbrandrat Hermann Keilhofer gestern mit einem Augenzwinkern nach dem Großeinsatz bei der Zimmerei Brunner im Gewerbegebiet Metten II vor. Schließlich war der Brand schon knapp eine viertel Stunde nach der Alarmierung um 13.42 Uhr unter Kontrolle. 250 Feuerwehrleute von 24 Feuerwehren waren im Einsatz. Brandherd war anscheinend ein außen gelagertes Holz im Dachbereich.
Das Unglück ist offensichtlich: Die erst zwei Jahre alte Lagerhalle der Zimmerei hat gebrannt und ist nun einsturzgefährdet, die Maschinen sind dem Löschwasser zum Opfer gefallen. Glück hatten die Brunners aber auch: Niemand wurde verletzt. Chefin Michaela Brunner war alleine in der Firma, als das Feuer ausbrach. Sie hat davon nichts mitbekommen. Erst die aufmerksamen Nachbarn alarmierten die Feuerwehr und informierten die Frau, damit sie sich in Sicherheit bringen konnte. „Hauptsache, es ist niemandem etwas passiert“, stellte Rudolf Brunner fest, als er das Ausmaß der Flammen betrachtete. Er ließ sofort die Halle sperren und hielt Feuerwehrleute von weiteren Arbeiten im Innenraum ab, als er nach den Löscharbeiten von der Einsturzgefahr erfuhr. Die vom Brand geschwächte Decke hielt den Wassermassen kaum Stand.
Der Schock sitzt tief bei Familie Brunner. 2004 hat sich Rudolf Brunner selbstständig gemacht. Im März 2007 erfolgte der Spatenstich für das neue Betriebsgebäude im Gewerbegebiet Metten II. Für Ilse Oswald war es ihr erster Spatenstich als Bürgermeisterin von Regen. 500 000 Euro kostete die große Fertigungshalle mit einem Gebäude für Sozialräume und Büros, die erst heuer fertig wurden. Etwa 750 Quadratmeter umfasst das Areal. „Wir haben gebaut, damit wir was Eigenes haben. Jetzt sind wir fertig geworden und es brennt ab“, seufzte Michaela Brunner.
„Das kann ja nicht sein“, schimpfte auch ihr Sohn Robert Brunner (18). Er ist Mitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr Regen und musste gestern seinen Arbeitsplatz, den Betrieb seiner Eltern, löschen. Auf der Baustelle ist der gelernte Zimmerer alarmiert worden und war einer der Ersten am Einsatzort. „Wäre die Feuerwehr ein paar Minuten später gekommen, wäre das Dach samt Photovoltaikanlage herunten gewesen“, vermutete ein Polizist.
Holzfertigbauteile, Treppen und Wintergärten gehören zu den Fachgebieten von Holz Brunner. Derzeit wurde in der Halle an einem Dachstuhl gearbeitet. Damit nach dem Brand nicht der ganze Betrieb stehen bleibt, will der Familienbetrieb ausweichen. Rudolf Brunner ist froh, dass ihm gestern schon Firmen Unterstützung angeboten haben. Die Solidarität ist ein Lichtblick für ihn. Eine weitere gute Nachricht: Die Büroräume sind nicht vom Brand und den Löscharbeiten betroffen. Kreisbrandrat Keilhofer erklärte, dass die bauliche Brandabtrennung zu hundert Prozent funktioniert habe. Nur das Leitungsnetz der PV-Anlage sei wohl hinüber.
Zur Brandursache konnte die Polizeiinspektion Regen gestern noch keine konkrete Aussage treffen. Ein technischer Defekt steht jedoch im Fokus der Ermittler. Auch die genaue Schadenshöhe steht noch nicht
fest, nach ersten Schätzungen könnte sie sich jedoch im Bereich von 250 000 Euro bewegen. Die Ermittlungen übernahm die Kriminalpolizei Deggendorf. Vor Ort war gestern auch der Rettungsdienst des BRK unter Leitung von Alfred Aulinger.