Einsatz 68

Mit der Drehleiter am Altenheim
Feuerwehren üben schwierige Bergung alter Menschen - Heimleiterin: „Fühlen uns jetzt sicherer“

Ruhmannsfelden. Alle Beteiligten waren froh darüber, dass es sich nur um eine Übung handelte, als es hieß „Brand im Altenheim St. Georg in Ruhmannsfelden“. Am Freitag um 18.38 Uhr fand die Alarmierung der Freiwilligen Feuerwehren Achslach, Patersdorf, Linden, Gotteszell, Viechtach, Triefenried, Lämmersdorf, Zachenberg, Teisnach und Ruhmannsfelden statt.
Etwa drei Minuten danach traf bereits das erste Fahrzeug der örtlichen Feuerwehr mit dem ersten Kommandanten Rudolf Edenhofer ein, der den Gesamteinsatz leitete. Er dirigierte die verschiedenen Fahrzeuge der noch neun folgenden Feuerwehren jeweils an den notwendigen Einsatzplatz. So wurde das Fahrzeug mit der Drehleiter von der Viechtacher Feuerwehr auf der Straße platziert, um aus sicherer Entfernung Insassen aus dem „brennenden“ Gebäude zu bergen.
Erstaunlich schnell hieß es bei anderen Einsatzfahrzeugen an verschiedenen Seiten des Altenheimes „Wasser marsch“. Rollstuhlfahrer wurden über die Außenleiter geborgen. Da man ein sehr verrauchtes Gebäude annahm, waren in Minutenschnelle die Atemschutzträger zur Stelle, um weitere Insassen im Rollstuhl über die Außentreppe zu „retten“.
Während es am Anfang der Übung erst dämmerte, musste innerhalb kurzer Zeit für die Ausleuchtung des Einsatzortes gesorgt werden. So schnell die Feuerwehren gekommen waren, hatten sie auch ihren Einsatz beendet. Um 19.30 Uhr war alles wieder ordnungsgemäß verstaut und die 174 im Einsatz befindlichen Feuerwehrleute trafen sich vor dem Altenheim zu einem Gespräch über diese Übung.
Der Einsatzleiter Rudolf Edenhofer dankte den Feuerwehrleuten, dass innerhalb ein paar Minuten so viele Kameraden auf freiwilliger Basis zur Stelle waren, um Leben zu retten. Auch wenn es hier nur eine Übung war, sei diese für einen möglichen Einsatz sehr wichtig. Es gelte, die notwendige Löschwasserversorgung zu bekommen, die hier aus der Teisnach komme. Weiter sei die Personenrettung geübt worden, ebenso übten die Atemschutzträger einen aktiven Einsatz. Wichtig sei auch beim Einsatz die erste Information über die Situation vor Ort mit einem Verantwortlichen des Personals und die Bereitstellung von Räumen außerhalb des Gefahrenbereichs für nachfolgende Helfer, wie Helfer vor Ort, Notarzt, BRK,
und Rettungshubschrauber. Das alles konnte an diesem Abend praktisch geübt werden.
Edenhofer dankte der Heimleiterin Sonja Kauschinger-Kramm, dass sie das ermöglichte. Kreisbrandinspektor Christian Stiedl freute sich, dass für diese Übung so viele Feuerwehrkameraden gekommen waren. Gerade Altenheime gehörten zu den sensiblen Bereichen und gab noch verschiedene Tipps. Vor allem sei die Dokumentation aller Einsätze sehr wichtig.
Solche Übungen seien neben dem richtigen „Handwerkszeug“ für die Feuerwehren notwendig, um bei möglichen Einsätzen effektiv zu arbeiten. Bei der heutigen Übung habe ihn beeindruckt, mit welcher Ruhe gearbeitet wurde, stellte Stiedl erfreut fest. Weitere Beobachter dieser Übung waren die Kreisbrandmeister Johann Achatz aus Teisnach und Thomas Märcz aus Ruhmannsfelden, sowie Bürgermeister Josef Brunner. Letzter dankte den Feuerwehrleuten, dass sie in ihrer Freizeit den Dienst am Nächsten tun und damit Leben und Hab und Gut der Mitmenschen schützten. Das sei ein gutes Beispiel für die Jugend, die bei der Feuerwehr verantwortungsvolle Arbeit leisten könne. Die Leiterin des Altenheims. Sonja Kauschinger-Kramm war überwältigt von der Teilnahme so vieler Feuerwehrleute. Sie fühle sich nach dieser Übung ein ganzes Stück sicherer, betonte sie und dankte allen Feuerwehrleuten aufs herzlichste. - dr